FIELD LOG 002: Poynting MIMO-3-17 und eigene Dachdurchführung¶
Lokale Vorschau – noch nicht veröffentlichen
Der mechanische Umbau ist dokumentiert. Funkvergleich und kontrollierter Dichtigkeitstest fehlen noch. Dieser Text trennt deshalb beobachtete Felderfahrung, Herstellerangaben und offene Hypothesen.
Video fertig produziert
Episode 2 erscheint in Kürze
Nach dem Serienstart wird der YouTube-Player an dieser Stelle automatisch eingebunden.
Vom kleinen Kombigehäuse zu 4×4-MIMO¶
Die bisherige Teltonika PR1KCO28 war seit Juli 2024 ungefähr zwei Jahre im Einsatz. Für ihre kompakte Bauform hat sie zuverlässig gearbeitet: zwei Mobilfunk-, zwei Wi-Fi- und eine GNSS-Leitung liegen gemeinsam in einem verschraubten Dachgehäuse. Der Umbau ist deshalb keine Abrechnung mit der alten Antenne, sondern folgt einer neuen Systemanforderung.
Der GL.iNet Spitz AX (GL-X3000) stellt vier externe LTE-/5G-Anschlüsse bereit. Die neue Poynting MIMO-3-17 führt entsprechend vier Mobilfunkleitungen, zusätzlich zwei Wi-Fi-Leitungen und ein GNSS-Kabel heraus. Für den aktuellen Aufbau werden alle vier Mobilfunkpfade genutzt. Das GNSS-Kabel bleibt zunächst frei, weil der gemeinsam belegte Anschluss am Router sonst einen Mobilfunkpfad kosten würde. Das fehlende Fahrzeug-Tracking soll später ein separates ESP32-System übernehmen.
Warum eine eigene Dachdurchführung entsteht¶
Die größere Antenne passt nicht in die bisherige Durchführung. Gleichzeitig muss die Verbindung nicht nur stehenden Regen aushalten. Bei Autobahnfahrt trifft Wasser mit Fahrtwind und wechselnder Druckrichtung auf das Dach. Das Konstruktionsziel lautet daher:
flowchart LR
A[Poynting · 7 Leitungen] --> B[PEBA-Abzweigdose]
B --> C[verklebtes ASA-Rohr]
C --> D[Karosseriedurchführung]
D --> E[Innenraum und Router]
Ein selbst konstruiertes Rohr wird aus SUNLU ASA gedruckt. ASA wurde hier wegen seiner Eignung für UV-, Wärme- und Außenanwendungen gewählt. Das Rohr wird durch die PEBA-Abzweigdose und die Karosserie geführt. PETEC Kleben & Dichten verbindet Rohr, Dose und Fahrzeugdach und bildet zugleich eine elastische Dichtfuge.
Die OpenSCAD-Quelle gehört zum Projekt und soll zusammen mit Druckparametern, Vorschau und Lizenz öffentlich verfügbar werden. Vor einer Nachfertigung müssen die Maße jedoch am jeweiligen Dachaufbau geprüft werden; das Teil ist keine universelle Camper-Durchführung.
Mechanische Montage auf einem bewegten Fahrzeug¶
Auf dem Dach wirken Vibration, Temperaturwechsel, Wind und Hebelkräfte. Die Poynting wird deshalb nicht nur aufgelegt oder verklebt. Schrauben, Unterlegscheiben und mittelfeste Gewindedichtung sichern die mechanische Verbindung. Alte Klebereste werden entfernt und die neue Klebefläche vorbereitet, bevor das ASA-Rohr und die Dose gesetzt werden.
Die Position am hinteren Dachbereich ist ein pragmatischer Kompromiss aus Kabelführung, vorhandener Öffnung und Aufbauhöhe. Eine erste Probefahrt bei ungefähr 100 km/h ergab subjektiv kein auffällig starkes zusätzliches Windgeräusch. Das ist noch keine Akustikmessung und keine Aussage für andere Fahrzeuge oder Montagepositionen.
Bohrung und Abdichtung sind sicherheitskritisch
Ein Loch im Fahrzeugdach kann Kabel, tragende Teile, Korrosionsschutz und Dichtigkeit beeinträchtigen. Die hier gezeigte Lösung dokumentiert einen konkreten Eigenbau. Sie ersetzt weder die Prüfung des eigenen Fahrzeugs noch eine fachgerechte Ausführung.
Material dieses Arbeitsschritts¶
| Komponente | Rolle im Aufbau |
|---|---|
| Teltonika PR1KCO28 | bisherige LTE-/Wi-Fi-/GNSS-Combo-Antenne |
| Poynting MIMO-3-17 | neue 4×4-MIMO-Mobilfunkantenne mit Wi-Fi und GNSS |
| PEBA-Abzweigdose | wettergeschützter Übergangsraum auf dem Dach |
| SUNLU ASA, 1,75 mm | gedrucktes Rohr für die Karosseriedurchführung |
| PETEC Kleben & Dichten, schwarz | elastische Verklebung und Abdichtung |
| PETEC Gewindedichtung, mittelfest | Sicherung der verschraubten Montage |
Was Episode 2 belegt – und was nicht¶
| Aussage | Einordnung |
|---|---|
| Die Teltonika-Antenne war ungefähr zwei Jahre in Gebrauch | dokumentierte persönliche Nutzung |
| Die Poynting MIMO-3-17 wurde mechanisch montiert | im Video sichtbar |
| Vier Mobilfunkleitungen sind für den GL-X3000 vorgesehen | sichtbarer Aufbau und Gerätedokumentation |
| Die umgebaute Dose ist als Gesamtsystem IP68 | nicht normgerecht geprüft; nicht behauptet |
| Bei der ersten Fahrt fiel kein starkes Windgeräusch auf | subjektive Einzelbeobachtung |
| Die neue Antenne liefert besseren Empfang | noch ohne vergleichbare Funkmessungen offen |
Nächster Schritt¶
Die mechanische Seite ist nur die erste Hälfte des Umbaus. Als Nächstes werden freie Dosenöffnungen geschlossen, die Leitungen innen zum Router geführt und der GL-X3000 provisorisch am 24-Volt-Bordnetz in Betrieb genommen. Erst danach können Signalwerte und Stabilität überhaupt sinnvoll bewertet werden.